Ranicki vs. Gottschalk
Nicht viel hatte Herr Marcel Reich-Ranicki den Argumenten von ZDF-Moderator Thomas Gottschalk gestern Abend entgegenzusetzen. Gestern Abend lief nämlich die Diskussion um das dümmliche Fernsehen auf dem öffentlich rechtlichen Sender ZDF. Der Auslöser für diese Diskussion war ein Preis, den Ranicki vor ca. einer Woche für sein Lebenswerk überreicht bekommen sollte. Der Literaturkritiker lehnte ab und beleidigte das Fernsehen dafür, dass es nur noch dümmliche Sendungen zeigen würde und den Einfluss, den das Fernsehen auf die Menschen hat, nicht richtig einsetzen würde. Man würde sich in den Chefetagen der Sender nicht genug Mühe geben anspruchsvolles Programm zu entwickeln. Auf diesem Standpunkt blieb der 88jährige auch noch am Schluss der Diskussions-Sendung - der Preis blieb nach wie vor bei Thomas Gottschalk.
Die Diskussion kam von Anfang an nur schwerlich ins Laufen. Kein Wunder schließlich hatten beide Parteien bereits eine festgesetzte, eigene Meinung zu dem Thema. Während Thomas Gottschalk immer wieder versuchte, besonders die Öffentlich rechtlichen Sender in Schutz zu nehmen, die, seiner Meinung nach, genug Bildendes Material ausstrahlen, wollte Ranicki nicht wirklich auf die Argumente Gottschalks eingehen. Gottschalk verteidigte das Fernsehen damit, das sich die Sendungen ja nach den Wünschen des Publikums richten würden. Der Quotenkampf sei Schuld an den, teilweise hirnlosen Sendungen auf den verschiedenen Kanälen. "Ich glaube wie Sie auch immer an mein Publikum und werde immer wieder enttäuscht.", erklärt Gottschalk. Fakt ist nunmal das "Wetten Dass..." mehr Einschaltsquoten hat wenn 50 Cent oder Mariah Carey auf dem berühmten Sofa sitzen anstatt Altkanzler Helmut Schmidt oder anderen Politikern.
Ranicki dagegen ist der Meinung, dass die Sender nur nicht den Mut hätten, intelligente Programme zu senden und auf Experimente einzugehen. Auch Biografien von großen Persönlichkeiten der Vergangenheit könnten für hohe Einschaltquoten sorgen. Gottschalk verwies daraufhin auf Arte und 3Sat die respektable, intellegente Sendungen ausstrahlen würden, bei der Gruppe der 14- bis 49-jährigen allerdings damit kaum Erfolg hätten. Ranicki beharrte zwar auf seiner Meinung, konnte jedoch nur wenige, stichhaltige Argumente abgeben. Wer Abends denn Ferseher anschaltet möchte enstpannen und nicht gebildet werden. Das zumindest lassen die Einschaltquoten Vermuten die Ranicki nicht akzeptieren wollen.
Einziger Hinweis darauf, das intelligente und gessellschaftskritische Sendungen auch erfolgreich sein können war am gestrigen Abend die Sendung selbst. Trotz dem Konkurrenzproogramm Star Wars (Pro7) erreichte die Diskussion Einschaltsquoten von durchschnittlich 3,51 Millionen was ca. 14% des Gesamtpublikums ausmachte. Auch die 14- bis 49-jährigen waren interessiert und es kam in dieser Gruppe zu einem Marktanteil von 9,9% was deutlich über dem Durchschnitt von ZDF liegt.
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mro
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